RK hilft im Ahrtal

Drei Tage in der Kw 30 war die RK-Kurmainz als zweiter Trupp mit acht Kameradinnen und Kameraden im Einsatz für die Fluthilfe im Ahrtal. Bereits eine Woche zuvor war bereits der erste Trupp mit drei Kameraden vor Ort. Kamerad Dahmen (1. Vorsitzender der RK) leitete die Truppe. Er selbst war schon 2002 und 2013 an der Elbe im Einsatz und weiß, was auf jeden einzelnen zukommen wird. Um 7 Uhr trafen sich die Kameraden im Vereinsheim in der Kurmainz-Kaserne in Mainz-Hechtsheim. Dort erhielt jeder eine kleine Instruktion und es wurden die Nummern ausgetauscht. Nach dem Verladen der Hilfsgüter und Werkzeuge setzte sich die Kolonne in Richtung Bad Neuenahr in Bewegung. Schon kurz nach Koblenz sah man zahlreiche Kolonnenfahrten des THW, DRK, Bundeswehr und Polizei. In Grafschaft angekommen, ging es direkt mit den Shuttle-Bus zu den Einsatzgebieten.

Am 1. Tag ging es direkt nach Bad Neuenahr auf die gegenüberliegende Seite der Ahr. Dank dem THW wurden die Helfer sowie die Bevölkerung mit einem Boot hinüber und zurück gebracht. An einer Kinder- und Jugendtagesstätte sahen wir schnell, dass unsere Hilfe dringend benötigt wird. Dort waren nur drei Kollegen und Kolleginnen des Zolls im Einsatz. Diese haben bereits das Erdgeschoss geräumt. Nun hieß es den tief verschlammten Keller mittels Eimerkette auszuräumen, Licht gab es nur mit Stirnlampen. Ein paar Straßen weiter gab es einen Sammelpunkt für Verpflegung und um Material, wie Eimer, Handschuhe und Schaufeln zu holen. Dort trafen sich alle zur Mittagszeit für eine warme Mahlzeit und Getränke. Anschließend ging es zurück zum Keller. Schlussendlich konnte der Keller von allem Hausrat befreit werden. Den Schlamm musste die Feuerwehr mit zusätzlichem Wasser hinaus pumpen. Die Shuttle-Busse trafen pünktlich zur Abholung gegen 16 Uhr an den Haltestellen ein. Anschließend fuhren wir nach Ringen zur Unterkunft in einer Turnhalle der Gemeinde. Dort gab es Sanitäranlagen, Essen, und einen Schlafplatz in Form eines Feldbettes. Insgesamt war die Organisation seitens des DRK gut strukturiert. Am Abend konnte man die ersten Eindrücke Revue passieren lassen. „Was wir hier vor Ort im Einsatz von bundesweiten Hilfskräften der Bundeswehr, THW und den Rettungsdiensten erlebt haben ist beeindruckend.“, so Claudia Löwenau.

Am 2. Tag ging es nach dem Frühstück wieder nach Grafschaft zum Shuttle-Bus. Diesmal war das Ziel eine Verpackungsfabrik in Heimersheim. Hier hieß es diesmal Tonnen von verschlammtem Papier, Verpackungen und Plastikdeckel wegzuräumen. Schnell merkte man die Hitze der Sonne. Die aufgeweichten Verpackungsmaterialien begannen zu trocknen und die Arbeit wurde dadurch erschwert. Hier wird die Firma erst nach einigen Monaten wieder in Betrieb gehen können, da alle Produktionsmaschinen mit Schlamm und Wasser bedeckt waren. Akribisch müssen da die Maschinen abgebaut, gereinigt, gewartet und wieder zusammengebaut werden.

Am 3. Tag ging es erneut nach Heimersheim in einen Privathaushalt. Hier musste der Kellerfußboden (Estrich) mit Hilfe eines stumpfen Stemmhammers herausgearbeitet werden. Für die Arbeit an einem Raum konnte ein ganzer Arbeitstag eingeplant werden. An beiden Tagen gab es Verpflegung durch die Kameraden vom Standort Büchel. Diese versorgten die Helfer mit Kaffee, Wasser, Essen und süßen Snacks. Als wir wieder um 16 Uhr zurück nach Grafschaft gefahren wurden, wussten wir alle, dass jetzt ein komisches Gefühl bleiben wird. Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei seinen Kameraden und sagte zusätzlich „Es ist schön zu sehen, wie hier die deutsche Bevölkerung von jung bis alt und von nah und fern zusammenhält“. Er weiß, mit welchem Gefühl jeder einzelne aus dem Trupp nach Hause gehen wird. „Es ist eine Art der Ohnmacht und Hilfslosigkeit, da man weiß, dass hier die Menschen im Ahrtal jede weitere Hilfe benötigen und das noch über Monate hinweg“, so der 1. Vorsitzende weiter im Abschlussgespräch. Schon in der KW 31 wird der dritte Trupp wieder nach Heimersheim fahren und dort den Menschen helfen. Ein vierter Trupp der RK wird Anfang September wieder in das Ahrtal verlegen. Was jetzt zusätzlich gebraucht wird sind Fachhandwerker sowie weitere Materialien wie Werkzeuge und Hilfsgüter für die Menschen dort. 

Auch nach dem zweiten Trupp, gab es noch einen dritten Trupp.

Text von: Claudia Löwenau